Draw Poker

Es gibt eine Unmenge Pokervarianten, aber Draw Poker ist mit Abstand eine der beliebtesten Varianten von Poker. Wir meinen, es kommt gleich nach Texas Hold'em. Es ist wirklich einfach zu lernen und noch viel einfacher zu spielen. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum Draw Poker so beliebt ist. Auch die allgegenwärtigen Video-Pokerautomaten basieren in irgendeiner Form auf Draw Poker. Damit könnte Draw sogar Texas Hold'em überholen, wenn man einfach die gespielten Blätter miteinander vergleicht.

Draw Poker bekommt aber nicht immer die Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich gebührt. Das könnte damit zusammenhängen, dass bei Draw Poker nicht viel Strategie im Spiel ist. Hier kommt es ganz gezielt auf viel Glück an, wenn man es mit Texas Hold'em vergleicht. Wie auch immer, ihr solltet wissen, dass es verschiedene Varianten von Draw Poker gibt. Die gibt es schon seit mehreren Jahren und sind heute mehr denn je bekannt. Wir werden euch auch diese vorstellen, aber erst einmal werden wir euch die Spielregeln vom „normalen“ Draw Poker vorstellen.

Beachtet bitte: Die weit verbreiteste Form von Draw Poker wird mit 5 Karten gespielt, diese ist es dann meist auch, wenn man von Draw Poker spricht. Wenn wir uns hier auf hohe und niedrige Blätter beziehen, dann reden wir über die bekannten Pokerwerte. D. h. wir meinen, dass dann ein Full House mehr wert ist als ein Flush. Und ein Flush ist dann auch mehr wert als eine Straße. Wir möchten euch darüber hinaus noch zwei wichtige Vokabeln näher bringen, auf das ihr bei Draw Poker stoßen werdet. Wenn wir später über Draw Poker sprechen, wisst ihr dann schon Bescheid.

To Roll heißt, eine Karte umdrehen, die bisher verdeckt auf dem Tisch lag.

Showdown ist der Zeitpunkt, zu dem das Setzen endgültig beendet ist und die Spieler ihre Karten umdrehen und zeigen müssen, um festzustellen, wer der Gewinner ist.

 

Die Grundlagen

Nun kommen wir zu den Grundlagen von Draw Poker. Wie bei jeder anderen Pokervariante auch, kann es 2 bis 8 Spieler am Tisch geben. Im gemütlichen Zuhause setzt man lediglich zu Beginn des Spiels. Bei den regulierten Spielen wie im Casino oder auch online, wird meistens mit den Small und Big Blinds gespielt, ähnlich wie auch bei Texas Hold'em. Nach der Ante bekommt jeder Spieler eine bestimmte Anzahl Karten, abhängig davon, welche Pokerversion man gerade spielt. Nach der Einsatzrunde könnt ihr dann die Karten wegschmeißen, die ihr nicht mehr wollt und tauscht diese dann gegen neue Karten. In den meisten Casinos könnt ihr bis zu 5 Karten tauschen.

Nach dem Draw, also dem Tauschen, gibt es dann die zweite Einsatzrunde, in der sich die Spieler entscheiden können, ob sie setzen, erhöhen oder aussteigen wollen. Der Spieler mit dem besten Pokerblatt (nach traditioneller Pokermethode errechnet) gewinnt, ausgenommen sind hier nur die Pokervarianten, bei denen das niedrigste Blatt gewinnt.

Eine beliebte Version von Draw Poker beinhaltet auch einen Joker. Das verändert natürlich das Spiel ungemein. Denn Blätter, die normalerweise sehr stark sind, verlieren ihre Stärke aufgrund des möglichen Daseins des Jokers. 

Draw Poker-Versionen

Die folgende List zeigt euch die verschiedenen Arten von Draw Poker, gefolgt von einer kleinen Erklärung. Klickt einfach den Titel und ihr kommt zu der gewünschten Beschreibung:

Anaconda
Alle für einen, einer für alle
Don Juan
Howdy Doody
Jack to Open, Trips to Win
Pick a Partner
Neuticles
Triple Draw 2-7
Threes
Trees
Monkey Love

 

Anaconda

Anzahl der Spieler: 4-7

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 7 verdeckte Karten.

Regeln: Nach dem die Karten ausgegeben worden sind, beginnt normalerweise die Einsatzrunde, die im Uhrzeigersinn verläuft. Vorher müssen aber alle Spieler 3 Karten, die nicht gewünscht sind, an ihren linken Spieler abgeben. Danach gibt es wieder eine Einsatzrunde und jeder Spieler schmeißt eine oder zwei Karten weg - wieder zu dem links spielenden Spieler.

Dann folgt wieder eine Einsatzrunde und die letzte Karte wird nach links gereicht. Jeder Spieler muss zwei Karten loswerden, um dann sein endgültiges Blatt aus fünf Karten zu bestimmen. Wenn der Spieler sich dafür entscheidet, sein Blatt zu behalten, legt er die Karten verdeckt vor sich hin. In manchen Varianten des Spiels kommt nach dieser Phase des Spiels ein Rollout. Das heißt, dass die Spieler die Karten so ordnen, wie sie das möchten. Die erste Karte jedes Spielers wird nun aufgedeckt und nun folgt eine weitere Einsatzrunde. Dasselbe passiert ebenfalls für alle weiteren vier Karten bis zum Showdown, wenn die letzte Karte aufgedeckt wird. Die Teilnehmer können unter Umständen die Reihenfolge ihrer Karten nicht ändern, wenn der Rollout erst einmal angefangen hat. Bei Anaconda ist das Gedächtnis des Spielers von größter Wichtigkeit, denn hier wird jeder Spieler bis zu 13 Karten sehen.

Ziel: Bastelt aus sieben Karten das beste Blatt mit fünf Karten zusammen.

Varianten: Die 3 und die 9 sind „wild“ und der Spieler bekommt eine Extrakarte, wenn er eine 4 hat. Diese Version nennt man auch Dog Butt.

 

Alle für einen, einer für alle

Anzahl der Spieler: 3-10

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten.

Regeln: Nach dem Ausgeben der Karten und der Eröffnungsrunde beim Setzen, hat jeder Spieler die Möglichkeit noch eine zusätzliche Karte zu tauschen oder das gesamte Blatt gegen ein Neues zu tauschen. Danach folgt eine neue Einsatzrunde und der Spieler links führt nun. Das geht so weiter bis weniger Karten im Stapel sind als Spieler, die um den Pott rangeln. Die Möglichkeiten zu setzen, mitzugehen, erhöhen oder auszusteigen sind nur möglich, wenn man dran ist.

Ziel: Das stärkste Blatt mit fünf Karten zu haben.

 

Don Juan

Anzahl der Spieler: 3-8

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 3 verdeckte Karten.

Regeln: Die Runde beginnt mit dem Setzen (oder mit der Ante). Man startet links vom Kartengeber und jeder Spieler kann ein bis drei Karten tauschen und bekommt die gleiche Anzahl Karten aus dem Kartenstapel wieder. Man kann natürlich sein Blatt auch so lassen, wie es ist und tauscht überhaupt keine Karten. Es folgt eine weitere Einsatzrunde, die vom Showdown gefolgt wird.

Ziel: Das niedrigstwertige Blatt zusammenstellen, in diesem Falle A-2-3.

Varianten: Ihr spielt nach den allgemeinen Regeln, aber anstatt einer Einsatzrunde hat jeder Spieler einen bestimmten Betrag zu zahlen, zum Beispiel € 0,25 für jede Karte, die er oder sie austauscht.


Howdy Doody

Anzahl der Spieler: 3-8

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 7 verdeckte Karten.

Regeln: Die gleichen Regeln wie bei Anaconda, außer dass sich das höchste und niedrigste Blatt den Pott teilen. Die 3er sind „wild“, aber nur, wenn sie mit einem Blatt benutzt werden, um den hohen Pott zu gewinnen. Könige sind auch „wild“, aber nur, wenn sie in einem Blatt vorkommen, mit dem man den niedrigen Pott gewinnen will. Das macht die ganze Sache schon sehr interessant, insbesondere natürlich für die Spieler. Denn die Frage die sich hier stellt, ist: nach welchem Pott strebt ein Spieler? Das Setzen beginnt hier nicht vor dem Showdown.

Ziel: Entweder man jagt das höchste oder das niedrigste Blatt. Die jeweilien Gewinner teilen sich den Pott.


Jacks to Open, Trips to Win

Anzahl der Spieler: 3-7

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten zugeteilt.

Regeln: Dieses Spiel ähnelt sehr dem Standard 5-Card Draw, jedoch mit den folgenden Unterschieden: Nur ein Spieler mit einem Paar Buben oder besser kann das Setzen eröffnen. Wenn niemand diese Kombination hat, geht die Ante aller Spieler in den Pott und die Karten werden neu ausgeteilt. Wenn das Setzen dann begonnen hat, geht das Spiel genauso von statten wie 5-Card Draw. Das geht so weiter bis zum Showdown. Bei diesem Spielabschnitt können nur Spieler mit mindestens einem Drilling gewinnen. Noch einmal: wenn niemand gewinnen kann, wird das Blatt wieder gestartet und das Blatt wird nur an solche Spieler ausgegeben, die bisher noch nicht ausgestiegen sind.

Ziel: Das beste Blatt bekommen, d. h. ein Blatt mit mindestens einem Drilling.

Varianten:

Progressiv – Wenn niemand eröffnen kann, wird das Minimum bis zu einem Damenpaar beim nächsten Blatt erhöht. Dann folgend Könige, Asse und dann zurück zu Buben und so weiter.

Hi/Lo Split – Der Pott wird zwischen dem hohen und dem niedrigen Blatt geteilt.

No Trips – Um das Setzen zu eröffnen, braucht man mindestens ein Bubenpaar, aber es gibt keine Pflicht, das Blatt zu gewinnen.

Begrenzte Anzahl von Blättern: Setzt man ein Limit, zum Beispiel fünf, wird auf die Blätter ohne Sieger gespielt. Nachdem diese Anzahl erreicht ist, spielt man Standard 5-Card Draw Stud, in welchem alles eröffnen und gewinnen kann.

 

Pick a Partner

Anzahl der Spieler: 4, 6, 8, oder 10

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5verdeckte Karten.

Regeln: Jeder Spieler tauscht eine ungesehene Karte aus seinem Blatt. Der Spieler mit der höchsten Karte sucht sich einen Partner. Als nächstes kommt das zweithöchste Blatt und dieser Spieler sucht sich seinen Partner. Dies geht dann immer so weiter, bis jeder Spieler einen Partner gefunden hat. Die Partner kombinieren dann das, was links von ihnen ist, in ein Blatt mit acht Karten und suchen sich die besten drei Karten aus. Nun beginnt die Rollout-Phase mit den Einsatzrunden. Das Gewinnerteam teilt sich den Pott.

Ziel: Das höchstwertige Blatt zu bekommen.


Neuticles

Anzahl der Spieler: 4-7

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 7 verdeckte Karten zugeteilt.

Regeln: Wir wissen nicht, warum dieses Spiel so einen komischen Namen hat, aber wir wissen, dass die Regeln denen von Anaconda sehr ähnlich sind. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Karten nicht den Gegnern gegeben werden.

Ziel: Das Blatt mit den fünf höchstwertigen Karten zusammen bekommen.

Variationen: Ihr könnt Neuticles auch mit nur fünf oder sechs Karten am Anfang spielen.


Triple Draw 2 – 7

Anzahl der Spieler: 2-6

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten zugeteilt.

Regeln: Nach dem der Kartengeber die Karten ausgeteilt hat, wird in vier Runden gesetzt und drei mal getauscht. Jeder Spieler kann die Anzahl der getauschten Karten wählen. Man kann gar nicht tauschen bzw. bis zu fünf Karten. Der Spieler links vom Kartengeber beginnt und dann wird im Uhrzeigersinn weitergespielt. Beim dritten Tausch und in der letzten Runde, in der man setzen kann, werden die Karten aufgedeckt auf den Tisch gelegt. Jetzt kann man den Gewinner ermitteln.

Ziel: Man muss das niedrigstwertige 5-Karten-Blatt auswählen. Bedenkt, dass die Asse immer hochwertig sind. Auch Flushes und Strßen zählen viel. Das bestmögliche Blatt ist ein ungleichfarbenes Blatt von 2 bis 7. 

 

Threes

Anzahl der Spieler: 3-5

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten.

Regeln: Dieses Spiel ist fast dasselbe wie das normale 5-Card Draw. Ausgenommen sind lediglich zwei Dinge: Es gibt drei Tausch- und Einsatzrunden. Das führt natürlich zu einem spannenden Spiel und einem sehr großen Pott. Die 3er sind hier „wild“.

Ziel: Das höchstwertige Blatt bekommen.


Trees

Anzahl der Spieler: 3-10

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten.

Regeln: Das Spiel beginnt mit einer Einsatzrunde, die nach der Kartenausgabe startet. In dieser Phase des Spiels hat jeder Spieler die Möglichkeit, die Karten mit jedem am Tisch zu tauschen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass der Spieler dieselbe Anzahl an Karten zurückbekommt. Die Anzahl der Tauschaktionen ist unbegrenzt, man kann also soviel tauschen, wie man will. Nach den ganzen Tauschaktionen folgt die letzte Einsatzrunde und nach dieser kommt der Showdown, um den Gewinner zu bestimmen.

Ziel: Das bestmögliche Blatt zusammenstellen.


Monkey Love

Anzahl der Spieler: 3-6

Eröffnungsrunde: Jeder Spieler bekommt 5 verdeckte Karten.

Regeln: Diese Variante funktioniert quasi genauso wie 5-Card Stud, außer dass der Spieler zu eurer unmittelbaren Linken die Karten bekommt, die ihr tauscht. Dieser Spieler kann dann diese Karten nutzen, um sein Blatt zu verbessern.